Archiv für die Kategorie 'Also!'

Okt 31 2016

Ein Lächeln

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Heute morgen bin ich mal wieder Laufen gegangen. Es war noch kühl und neblig. Einiges an Laub hing noch am Baum, vieles lag in bunter Farbenpracht zu meinen Füßen.
Ich habe mir angewöhnt, die Leute zu grüßen, an denen ich vorbeilaufe. Manche erwidern den Gruß, manche reagieren gar nicht, manche sind verdutzt und rufen dann „Guten Morgen“ hinterher.
Heute morgen kam mir eine Frau auf einem Teilstück durch den Park entgegen. Ich war gerade nach rechts abgebogen und über die kleine Brücke gelaufen. Jetzt ging es ein Stück geradeaus auf einem breiteren Weg, der von großen Kastanien gesäumt war. Die Frau sah mich schon länger als ich sie. Als ich ihr – kurz bevor wir beieinander waren – ein „Morgen“ zurief, antwortete sie mit einem breiten Lächeln: „Guten Morgen“.
Oh, war das eine Freude!
Beim Laufen hängen wir unseren Gedanken nach, wir nehmen nur einen Teil der Welt war. Dann kommt ein Lächeln ganz unvermittelt. Wie herrlich! Wie schön, wenn uns jemand anlächelt. Ich nehme mir vor, die Leute jetzt mit einem Lächeln zu grüßen. Wann lächelst du mich an?

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Sep 21 2011

Ehrliche Politik

Autor: . Abgelegt unter Also!,Deutsch

Großspurig schlagen wir immer gerne auf unsere Politiker ein und attestieren Ihnen, dass sie ja eigentlich von der ganzen Materie nichts verstehen. Wenn wir schon keine bessere Lösung anzubieten haben, so sind wir doch immer sicher, dass die, die von denen vorgeschlagen wird, stets nur auf Grund von bösem Lobbydruck und Eigeninteressen zustande gekommen sein kann. Dass sich „die Herren Politiker“ auch mal eindringlich mit der Materie beschäftigen und lange Nächte in heftigen Auseinandersetzungen die Köpfe rauchen lassen, um eine Lösung zu finden, die für möglichst viele Beteiligte akzeptabel ist, wird nur in Ausnahmefällen unterstellt.

Jetzt bekam ich heute einen Brief „meines“ Bundestagsabgeordneten. Er informiert die Mitglieder in seinem Wahlkreis, warum er für den Euro-Rettungsschirm stimmen wird. Also schon im Voraus erläutert er sein Verhalten und nicht erst im Nachhinein, was möglicherweise ja wieder nur taktisch ausgelegt würde („Ich hab’s ja schon immer gewusst!“).

Einfache Lösungen gibt es auf so schwierige Fragen wie das Zusammenleben von 80 Millionen Deutschen oder 500 Millionen Europäern nicht. Deshalb wählen wir Leute, die sich intensiv damit auseinandersetzen sollen. Schön, wenn diese ihrer Aufgabe nachkommen und dabei nicht vergessen, uns Bürgern zu erläutern, warum sie sich so verhalten. Exemplarisch: Danke, Herr Uhl!

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Jul 04 2011

Nein, deine Suppe ess‘ ich nicht!

Autor: . Abgelegt unter Also!,Deutsch

Den meisten von uns ist es egal, ob unser Strom im Saarland oder in Sachsen erzeugt wird, ob unser Auto aus Stuttgart oder München kommt oder ob unser Spielzeug in Westfalen oder in Brandenburg produziert wird. Problematisch wird es erst, wenn der Strom aus Frankreich, das Auto aus der Slowakei oder das Spielzeug aus Rumänien kommt.

Im Bereich der Lebensmittelindustrie schickt sich die EU derzeit an, Herkunftsangaben der Zutaten verbindlich vorzuschreiben. Dies führt dazu, dass ihr auf eurer Salami lesen können werdet, dass sie mit Schweinefleisch aus Deutschland oder Dänemark oder Benelux hergestellt wurde. Folglich können wir eine informiertere Konsumentscheidung treffen und hoffentlich den Einkauf besser wertschätzen.

Unabhängig davon, ob diese Information tatsächlich wertvolles Wissen über das Produkt transportiert, spiegelt es uns Unterschiede vor, die leicht dazu führen, dass wir die nationalstaatlichen Grenzen als wichtige Barrieren sehen. Warum aber sollte es für einen Augsburger besser sein, Fleisch aus Thüringen zu essen als Fleisch aus Tirol? Warum sollte es für einen Elsässer einen Unterschied machen, ob er Schinken aus Bayonne oder aus dem Schwarzwald ist? Warum sind uns hier die Grenzen so wichtig?

Wenn wir es nicht hinbekommen, den Protektionismus über diese unterschwellige Angst vor den Anderen zu reduzieren, schneiden wir uns, unserer Wirtschaft, aber auch unseren Verbraucherpreisen ins eigene Bein. Der internationale Handel nützt sowohl dem Exporteur als auch dem Importeur. Denn mal ehrlich: ob der Käse im Cordon Bleu französisch und der Schinken italienisch ist, schmecke ich nicht heraus. Ich find’s lecker oder eben nicht. Das ist doch das, was zählt, oder?

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Okt 08 2009

Verantwortlicher Umgang

Autor: . Abgelegt unter Also!,Deutsch

Habt ihr euch impfen lassen? Ja? Nein? War’s das jetzt schon mit der Grippe? Kommt das dicke Ende noch? Ganz egal, wie man persönlich dazu steht, ich bin beeindruckt wie gut unsere Behörden sich um verschiedene größere Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind, kümmern.

Das ging los auf dem Münchner Oktoberfest, wo wir uns trotz einer erhöhten Terrorgefahr nicht unsicher fühlen mussten. Dank einer sehr subtil arbeitenden Polizei waren der Spaß an der Wies’n und das persönliche Bedürfnis an Sicherheitsgefühl gut in Einklang gebracht. Es entstand weder eine Panik, die die Zelte geleert hätte, noch waren die Menschen blauäugig auf dem größten Volksfest der Welt unterwegs.

Genauso nun bei der Schweinegrippe. Die Impffaulheit der Deutschen ist leider ein Ergebnis der tollen Gesundheitsversorgung hierzulande. Es geht uns zu gut, als dass wir uns vor ein paar Tagen krank sein fürchten würden. Vor allem aber ist es unseren Medizinern und Gesundheitspolitikern zu verdanken, dass die Schweinegrippe bei uns so vergleichsweise glimpflich verläuft.

Dennoch, ein wenig muss ich das Wässerchen trüben: wenn die wichtigsten Gesundheitsinstitute und –experten empfehlen, dass die Menschen sich impfen lassen sollen und die bedeutenden Politiker sich öffentlich zögerlich zeigen, aber die Bevölkerung aufrufen, sich die Impfung zu holen, dann trägt dies nicht zur Glaubwürdigkeit bei. Gerade bei so wichtigen Themen wie der Gesundheit müssen hier die Politiker als gutes Beispiel vorangehen und – was möglicherweise noch wichtiger ist – sie sollten bei allen sonstigen taktischen Scharmützeln bedenken, dass sie ihre Glaubwürdigkeit in Momenten wie diesen, wo es um wichtige Gesundheitsfragen geht, noch brauchen. Ein ernsthafter Umgang mit uns Bürgern wird hier belohnt!

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Apr 08 2009

Wir sind dran!

Autor: . Abgelegt unter Also!,Deutsch

„I am not naive!“ US-Präsident Obama sagte diesen Satz, als er auf dem Prager Hradschin seine Vision einer atomwaffenfreien Welt entwickelte. Davor war gerade unser Verteidigungsbündnis, die NATO, 60 Jahre alt geworden und hatte mit Albanien und Kroatien zwei neue Mitglieder aus dem ehemaligen Ostblock aufgenommen.

Egal wie man zu Obama und seiner Präsidentschaft steht, was er vermittelt ist heute wohl wieder wichtiger denn je: das es gilt, sich Ziele zu stecken und dann so hart wie möglich daran zu arbeiten, sie zu erreichen.

„Wer eine neue Idee hat, ist ein Spinner, bis die Idee eingeschlagen hat“, soll Mark Twain gesagt haben und genau darum geht es. Wir sind es, die unsere Zukunft gestalten. Auf unseren Schultern lastet die Verantwortung für das was kommt. Ein ehemaliger EU-Botschafter sagte mir vor kurzem mit einem Blick auf eine Schulklasse, an der wir vorüber gingen: „Schau dir diese Kids an. Sie sind es, die in 30 Jahren für uns die Entscheidungen treffen.“ Erst war ich natürlich enttäuscht, dass er mich nicht in diese Gruppe einschloss, dann wurde mir klar, dass es an uns jungen Erwachsenen liegt, die Verantwortung, die uns obliegt, auch anzunehmen und daraus etwas Positives zu machen.

Eine Krise, wie wir sie derzeit erleben, beinhaltet auch immer eine enorme Chance. Endlich können nämlich so manche Ideen umgesetzt werden, die früher mit „Das haben wir aber schon immer so gemacht“ abgetan wurden. Dafür müssen diese Ideen aber vorgebracht und vorangetrieben werden. In der Krise lassen sich Strukturen ändern. Wir sollten unsere Meinung hier aktiv einbringen. Schließlich sind wir es, die in den nächsten 20 Jahren die Verantwortung tragen.

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Jan 24 2009

Vertrauen

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Die Welt wackelt wegen der Finanzen. Ein Hauptgrund dafür liegt im verloren gegangenen Vertrauen. Vertrauen ist wie das Schmieröl einer Maschine. Ohne Vertrauen funktioniert der Welthandel zwar auch, aber der Verschleiß und die Kosten sind deutlich höher.

Ähnlich verhält es sich mit der vergangenen Landtagswahl in Bayern. So mancher Wähler hat uns nicht mehr vertraut. In der Politik ist das Vertrauen die Leine, an der uns der Bürger führt. Ohne Vertrauen haben wir kaum einen Spielraum für Entscheidungen, können wir kaum riskieren, schwierige Wege zu beschreiten oder größere Anstrengungen mit hohem langfristigem Gewinn auf uns zu nehmen.

Vertrauen hat leider auch die Eigenschaft, dass es nur langsam aufgebaut wird, aber schnell verloren geht. Das trifft in der Finanzkrise genauso zu wie in der Politik. Unsere Aufgabe ist es nun, den Menschen dieses Vertrauen zurück zu geben. In der Finanzwelt wie in der Politik.

Dazu brauchen wir Ehrlichkeit, aber keine Heuchelei. Dazu brauchen wir Mut, aber keine tollkühnen Manöver. Dazu brauchen wir auch Kompromisse, offene Ohren und Zeit. Lassen wir uns voneinander überraschen, zu wie viel wir eigentlich fähig sind.

Für das Jahr 2009 hören und lesen wir im Moment überall, auf was für schlechte Neuigkeiten wir uns einstellen müssen. Nachdem es erstens anders kommt und zweitens als man denkt, sollten wir jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken. Warum sollten es nicht wir sein, die für die good news sorgen?

Mein Vertrauen in unsere Zukunft ist jedenfalls ungebrochen.

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Sep 05 2008

Vorsicht, der Wähler steht vor der Tür

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Willkommen im Wahlkampf!

Wir befinden uns schon wieder in der heißen Phase, in der wir hart dafür kämpfen, dass die CSU am 28. September mehr als 50% der Stimmen erringt.

Jeder der jetzt kräftig nickt, möge sich kurz zurücklehnen. Wir kämpfen doch nicht dafür, dass wir die „50+x“ erreichen, weil das so schöne Zahlen sind. Wir kämpfen auch nicht dafür, dass bestimmte Abgeordnete ihren Job behalten und andere einen bekommen. Wir kämpfen auch nicht dafür, die einzige Volkspartei Europas zu bleiben.

Wir kämpfen dafür, dass unsere Ideen umgesetzt werden, von denen wir überzeugt sind, dass sie für Bayern am besten sind! Wir kämpfen dafür, dass wir weiterhin im erfolgreichsten Bundesland leben! Wir kämpfen dafür, dass alles besser bleibt!

Gerade bei diesem Anspruch dürfen wir uns aber nicht auf Schlammschlachten einlassen oder unseren Wertekanon vergessen!

An alle Parteien in Bayern daher mein Aufruf: Lassen wir uns auf den Wettstreit der Ideen ein und halten wir unser Niveau hoch! Wir haben alle den Anspruch, die Menschen zu vertreten. Das müssen wir ehrlich machen.

Packen wir’s also an! Für unser schönes Bayern!

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Jun 23 2008

Selbstverständlichkeiten?

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In der US-amerikanischen Verfassung steht bezüglich der Menschenrechte: „We hold these truths to be self-evident“. Die meisten von euch werden mir sicher zustimmen, dass solche Werte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Unantastbarkeit der Würde, die Gleichheit vor dem Gesetz auch wirklich eigentlich selbstverständlich sind.

Stellt sich dann nicht die Frage, warum diese überhaupt in unserem Grundgesetz formalisiert wurden? „Das ist doch selbstverständlich“, könntet ihr sagen, „warum sollen wir das noch extra irgendwo festschreiben?“ Der Einwand ist natürlich berechtigt und verständlich. Wir schreiben ja auch kein Gesetz, dass es jedem Menschen erlaubt ist, so viel Luft einzuatmen, wie er will, oder das festlegt, ab wann ein Neugeborenes schreien darf.

Manchmal sind die Dinge aber so, dass sie für die meisten Leute selbstverständlich sind, für manche aber nur „eigentlich selbstverständlich“. Wenn man feststellt, dass das, was für die Mehrheit klar, eindeutig und überhaupt nicht diskussionswürdig ist, für andere nicht so unumstößlich ist, sollte man sich überlegen, ob man diese Selbstverständlichkeiten formalisiert. Das schränkt die wenigsten ein und macht den anderen zumindest bewusst, wo solche „eigentlich selbstverständlichen“ Punkte liegen.

Über Werte zu diskutieren, ist immer auch ein fruchtbarer Reflektionsprozess, bei dem sich auch eigentlich Selbstverständliches überdenken lässt. Machen wir uns dies bewusst, manche Selbstverständlichkeit war früher nicht so selbstverständlich; manche Selbstverständlichkeit ist nur für uns selbstverständlich; manche Selbstverständlichkeit muss teuer erkauft werden, bevor sie selbstverständlich wird.

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Apr 08 2008

Begeisterung trotz Wahlschlappe

Autor: . Abgelegt unter Also!,Deutsch

Wisst ihr eigentlich, was Begeisterung alles möglich machen kann? „Klar“, sagt ihr jetzt, „Begeisterung ist toll und schön und … naja, was will er denn mit so einer platten Aussage?“

Meine Fußballmannschaft hatte nicht unbedingt die erfolgreichste Hinrunde hinter sich und wir überwinterten auf einem Abstiegsplatz mit 8 Punkten Rückstand auf zumindest den Relegationsplatz. Schön und gut, aber was interessiert euch das?

Seit der Rückrunde haben wir eine richtige Fankurve: circa 10 Jugendliche, die lautstark und Fahnen schwenkend unsere Mannschaft nach vorne treiben. Bei einem erzielten Tor bricht lauter Jubel aus, beim Gegentor werden wir gleich wieder aus der Kurve nach vorne getrieben und wenn das Spiel von uns abzusacken droht, sorgen die Fans dafür, dass man auch noch die letzten 10% aus sich herausholt.

Die Begeisterung, mit der uns die Jungs anstecken, hat dazu beigetragen, dass wir in der Rückrunde noch kein Spiel verloren haben und den Rückstand schon auf 4 Punkte reduzieren konnten.

Worauf ich hinaus will, ist, dass wir alle in uns die Kraft haben, andere mit unserer Begeisterung anzustecken. Das ist gar nicht so schwer. Wir müssen uns nur wollen trauen. Wenn wir schon etwas tun, dann sollten wir es mit Begeisterung tun, mit Leidenschaft und Engagement; und außerdem daran denken, die Leute um uns herum dabei „mitzunehmen“. Anfeuern, ermutigen und unterstützen kann jeder; und doch ist es nicht so alltäglich, dass wir uns nicht bei jedem Kompliment noch geschmeichelt fühlten. Also, trotz der Wahlschlappe: begeistern wir uns und unsere Mitmenschen wieder!

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